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24.12.2012
Strafverfahren gegen Andreas S. wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen (Baby geschüttelt) entschieden
Das Landgericht München I hat den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren verurteilt, deren Vollstreckung für die Dauer von 3 Jahren zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Angeklagte wurde im Wesentlichen ferner angewiesen, den Anordnungen des Familiengerichts, den Umgang mit seinem Sohn betreffend, Folge zu leisten und ein Antiaggressionstraining nach Weisung des Bewährungshelfers zu absolvieren.
In dem Strafverfahren gegen Andreas S. (23) vor dem Landgericht München I wurden nach vorheriger Verfahrensabsprache zwischen den Verfahrensbeteiligten die Schlussvorträge gehalten. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft München I hat beantragt, den Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren zu verurteilten, deren Vollstreckung für die Dauer von 4 Jahren zur Bewährung ausgesetzt wird. Der Verteidiger beantragte ein mildes Urteil.

Zur Begründung führten die Richter im Wesentlichen aus, dass der Angeklagte durch das Schlagen und Schütteln seines 3 Monate alten Sohnes, für den er als Vater und Betreuungsperson verantwortlich war, schwere Verletzungen, nämlich Blutungen im Gehirn und in die Augen, verursacht und hierdurch das Leben des Kindes gefährdet hat. Im Rahmen der Strafzumessung hat das Landgericht vor allem berücksichtigt, dass der nicht vorbestrafte Angeklagte die Tat vollumfänglich gestanden hat und sein Geständnis von Schuldeinsicht und Reue getragen war. Ferner wurde berücksichtigt, dass der Angeklagte im Tatzeitpunkt noch sehr jung war und die Tat aus einem Augenblicksversagen heraus infolge aktueller Überforderung mit der Situation begangen hat. Ein weiterer wesentlicher Umstand war, dass nach derzeitiger sachverständiger Beurteilung keine bleibenden Schäden bei dem Kind erkennbar sind, auch wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich solche doch noch zeigen.
Quelle: Landgericht München I - PM vom 12.12.2012
Quelldatum: 12.12.2012
Quelllink: http://www.justiz.bayern.de/gericht/olg/m/

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