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03.02.2013
Unter welchen Voraussetzungen wird der Ehegatte des Anlegers dessen Wissensvertreter?
Mit dieser Frage hatte sich der Bundesgerichtshof auseinanderzusetzen. Nach dessen Entscheidung lässt sich die Kenntnis oder grob fahrlässige Unkenntnis vom Beratungsfehler eines Anlageberaters nicht schon daraus herleiten, dass der Ehegatte des Anlegers den Anlageprospekt nach Einstellung der prospektierten Ausschüttungen "genau durchgelesen" hat.
Die bei der Lektüre des Prospekts gewonnenen Erkenntnisse müsse sich der Anleger nur dann zurechnen lassen, wenn der Ehegatte als Wissensvertreter des Anlegers tätig geworden ist. Dies setze - nach der Entscheidung des Bundesgerichtshofs - insbesondere voraus, dass dem Anleger im Zusammenhang mit der Verfolgung des Schadensersatzanspruchs gegen den Berater die Kenntnisnahme von bestimmten Tatsachen oder die Vornahme der erforderlichen Tatsachenfeststellungen übertragen worden ist. Letzteres dürfe auch bei Ehegatten nicht schlicht vermutet, sondern müsse vom Tatrichter auf der Grundlage hinreichend tragfähiger Anhaltspunkte festgestellt werden.
Aktenzeichen: III ZR 298/11
Quelle: Bundesgerichtshof
Quelldatum: 13.12.2012
Quelllink: http://www.bundesgerichtshof.de/

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