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15.09.2013
Kinder-Apps nicht immer kinderfreundlich
Kinder-Apps sind nicht in jedem Fall auch kinderfreundlich. Viele Entwickler und Anbieter solcher Apps müssen noch ihre Hausaufgaben machen und nachbessern. Das zeigt eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Geprüft wurden 32 kostenlose Apps, die sich speziell an Kinder richten.
Wo kostenlos drauf steht, muss nicht kostenlos drin sein. In einigen Fällen hält die kostenlose Spielvariante nur wenige Minuten an, sodass ein Kauf innerhalb der App, ein sogenannter In-App-Kauf, unumgänglich ist. Aber auch die in den laufenden Spielbetrieb integrierten Wartezeiten – in einem Fall von bis zu sieben Stunden – dienen augenscheinlich dazu, einen In-App-Kauf zu forcieren. Der Zukauf von vermeintlich mehr Spielspaß wird den Kinder nicht schwer gemacht: Ein Klick – und schon erfolgt die Abrechnung über die Telefonrechnung oder die Prepaid-Karte des Smartphones. Dabei variiert die Höhe der Kaufpreise für einen In-App-Kauf zwischen wenigen Cent bis in den hohen zweistelligen Euro-Bereich.

Ein weiteres Ärgernis zeigte sich auch bei der in die Apps integrierten Werbung, die nicht immer deutlich genug von den Inhalten getrennt war und teilweise Inhalte zeigte, die die Entwicklung von Kindern beeinträchtigen können wie Werbung für ein Online-Casino oder einen Flirt-Chat. Auch Werbung, die sich teilweise über den gesamten Bildschirm legte, lies sich nicht immer mühelos beseitigen. Dass Kinder-Apps bereits soziale Medien wie Facebook und Twitter einbinden, sieht der vzbv aus Datenschutzsicht besonders kritisch. Das gilt vor allem dann, wenn Kinder mit Hilfe von Belohnungen in Form virtueller Güter dazu verleitet werden sollen, eine der Anwendungen auszuführen.

Um Kinder-Apps kinderfreundlicher zu gestalten, seien dringende Nachbesserungen nötig: Das gelte vor allem für In-App-Kaufangebote: Wenn überhaupt, sollten sie nur in einem beschränkten reglementierten Umfang in Kinder-Apps integriert sein. Neben zwingenden Preisobergrenzen im Hinblick auf den Einzel-, aber auch den Gesamtkauf, sollten Kinder und deren Eltern die Kosten für In-App-Käufe kontrollieren, beziehungsweise die Funktion auch deaktivieren können.
Quelle: Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. - PM vom 22.08.2013
Quelldatum: 22.08.2013
Quelllink: http://www.vzbv.de

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