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17.11.2014
Entscheidung in Verfahren wegen posthumer Vaterschaftsanfechtung
Das Amtsgericht Hannover hat festgestellt, dass der antragsstellende Scheinvater nicht Vater seiner im Jahr 2009 verstorbenen Tochter ist.
Der Antragsteller ist lange Zeit als Matrose, bzw. Maschinist zur See gefahren. Zum Zeitpunkt der Zeugung seiner Tochter zwischen Dezember 1966 bis April 1967 befand er sich ausweislich seines Seemannbuches auf großer Fahrt. Die Tochter wurde im Oktober 1967 geboren, zu diesem Zeitpunkt lebten der Antragsteller und die Mutter bereits getrennt, von der Geburt „seiner" Tochter erfuhr der Antragsteller zunächst nichts. Erst als die Stadt Frankfurt a.M. am 14.5.2013 den Antragssteller auf Übernahme der Begräbniskosten „seiner" Tochter iHv 1.228 € in Anspruch nahm, erfuhr er von der Existenz einer Tochter. Die Kindesmutter war mittlerweile ebenfalls verstorben. Die Ehe des Seemannes war am 10.04.1969 geschieden worden. Im Rahmen dieses Verfahrens hatte die Ehefrau erklärt, dass der Seemann sie 1965 verlassen habe, seitdem habe sie ihn nicht mehr gesehen.

Aufgrund der Vorlage des Seemannbuches und des Scheidungsurteils hat das Gericht es als erwiesen angesehen, dass der Antragsteller nicht Vater der 2009 verstorbenen Tochter ist und der Vaterschaftsanfechtung stattgegeben. Aus diesem Grund wird der Antragsteller die Kosten der Beerdigung „seiner" Tochter nicht tragen müssen. Da ausreichend nachprüfbare Dokumente vorlagen, war eine Exhuminierung der Scheintochter zur Durchführung eines Vaterschaftstests nicht mehr erforderlich.
Aktenzeichen: 631 F 366/14
Quelle: Amtsgericht Hannover - PM vom 12.10.2014
Quelldatum: 12.10.2014
Quelllink: http://www.amtsgericht-hannover.niedersachsen

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