Familienrecht | Glossar Familienrecht | Erbrecht | Arbeitsrecht | Warum wir? | Kontakt | Impressum  
 
28.06.2009
KJM kritisiert RTL-Show 'Erwachsen auf Probe': Ausstrahlung der ersten Doppelfolge rechtlich zulässig, aber ethisch und pädagogisch unverantwortlich
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich mit der ersten Doppelfolge der RTL-Sendung „Erwachsen auf Probe“ befasst. Dabei wurde deutliche Kritik an der Anlage und den Produktionsbedingungen des Formats geübt. Säuglinge werden nach Auffassung des Gremiums für dramaturgische Effekte eingesetzt und die jugendlichen Teilnehmer mit Berufung auf ein oberflächliches und vermeintlich pädagogisches Ziel einem Realitätsschock ausgesetzt. Sie werden von Erziehern und so genannten Experten beobachtet und kontrolliert, erhalten jedoch keine echte und umfassende Hilfe, beispielsweise von Vertrauenspersonen aus ihrem familiären Umfeld. Nach Einschätzung der KJM ist „Erwachsen auf Probe“ weder pädagogisch wertvoll noch pädagogisch begründet.
In ihrer rechtlichen Bewertung kam die Kommission für Jugendmedienschutz zu dem Ergebnis, dass eine Menschenwürdeverletzung nicht gegeben ist und angesichts der Sendezeit nach 20.00 Uhr eine Beeinträchtigung von Zuschauern über zwölf Jahren nicht vorliegt. Nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) kann die Kommission für Jugendmedienschutz lediglich prüfen, welche Wirkung eine Sendung auf minderjährige Zuschauer ausüben kann. Damit teilt die Kommission für Jugendmedienschutz die Einschätzung der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die das TV-Format vor der Ausstrahlung begutachtet hatte. Maßnahmen kann die KJM nur dann ergreifen, wenn die FSF den rechtlichen Beurteilungsspielraum überschritten hat.

Die Kommission für Jugendmedienschutz prüfte die RTL-Sendungen gemäß ihrem gesetzlichen Auftrag mit Blick auf die Einhaltung des JMStV und das Wohl der jungen Zuschauer. Dabei kann die unabhängige Kommission immer erst nach der Ausstrahlung einer TV-Sendung prüfen. Es ist dagegen Aufgabe der nach dem Jugendschutzgesetz (JuschG) zuständigen Stellen, zu beurteilen, ob das Wohl der an der TV-Produktion mitwirkenden Kinder und Jugendlichen verletzt wurde.
Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz - PM 06/2009 vom 17.6.2009
Quelldatum: 17.06.2009
Quelllink: http://www.alm.de

zurück