Familienrecht | Glossar Familienrecht | Erbrecht | Arbeitsrecht | Warum wir? | Kontakt | Impressum  
 
26.07.2009
KJM bekräftigt Kritik an RTL-Show 'Erwachsen auf Probe': Ausstrahlung rechtlich zulässig, aber konzeptionell fragwürdig
Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich zum zweiten Mal mit der RTL-Sendung „Erwachsen auf Probe“ befasst. Dabei hat sie auch die nun geprüften Folgen drei bis sieben deutlich kritisiert und die Sendung weiterhin als ethisch und pädagogisch unverantwortlich eingestuft. Die erforderliche Mehrheit für einen Verstoß nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ist nicht zustande gekommen.
Nach einer intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung hat die Kommission für Jugendmedienschutz entschieden, dass weder die Grenze zur Menschenwürdeverletzung noch – angesichts der Sendezeit nach 20.00 Uhr – zur Beeinträchtigung von Zuschauern über zwölf Jahren überschritten ist.

Auch wenn die Folgen also rechtlich zulässig sind, äußert das Gremium deutliche Einwände gegen Anlage und Produktionsbedingungen von „Erwachsen auf Probe“. „Der vermeintlich pädagogische Ansatz dient RTL als Alibi, um die Schwierigkeiten unerfahrener jugendlicher Protagonisten im Umgang mit teils weinenden und unglücklichen Babys und (Klein)Kindern als dramaturgische Effekte zu nutzen und zu Unterhaltungszwecken einzusetzen. Die jugendlichen Paare werden gezielt überfordert und dadurch zu Fehleinschätzungen im Umgang mit den Kindern gebracht. Von Eltern und Erziehern wird grundsätzlich erst eingegriffen, wenn sich die Kinder in einer gefährlichen oder problematischen Situation befinden.

Kritik übt die Kommission für Jugendmedienschutz zudem an der Pressearbeit von RTL im Vorfeld der Sendung. Hier sei anfangs offenbar gezielt der falsche Eindruck erweckt worden, als seien die Babys für vier Tage am Stück den fremden Betreuungspersonen ohne Kontakt zu den Eltern überlassen worden. Diese Ankündigungen hätten verständlicherweise heftigen Widerspruch zahlreicher Personen und Verbände gegen das Format hervorgerufen.
Quelle: Kommission für Jugendmedienschutz - PM 08/2009 vom 16.7.2009
Quelldatum: 16.07.2009
Quelllink: http://www.alm.de

zurück