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23.08.2009
Die Staatsanwaltschaft Trier hat das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Gießen wegen Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern übernommen
Nach dem Ergebnis der bisher durchgeführten Ermittlungen ist von Folgendem auszugehen:
Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwaltschaft Erfurt gegen den gesondert Verfolgten Christian B wurden im Jahre 2008 auf einer sichergestellten externen Festplatte des B zwei Videodateien festgestellt, auf denen sexuelle Handlungen von zwei Jungen aufgezeichnet sind, die auf Anweisung eines erwachsenen Mannes erfolgen.

Am 20.3.2009 ging bei dem Bundeskriminalamt in Wiesbaden ein Datenträger von einer Person ein, die in "Gigatribe" verdeckt nach kinderpornographischen Schriften recherchieren ließ und auf diesem Weg 40 mutmaßliche kinderpornographische Dateien von einem Nutzer, dem eine norwegische IP-Adresse zuzuordnen ist, erhielt. Auf diesen Videodateien sind unter anderem tatsächlich verschiedene Missbrauchshandlungen von männlichen Opfern zu sehen, die zum Aufnahmezeitpunkt zwischen 5 und 7 Jahre alt gewesen sein dürften. Die Missbrauchshandlungen betreffen Masturbationshandlungen, Oralverkehr und Penetrationen. Bei der Auswertung der Videos sind die Couch, die Bettdecken und ein Opfer aufgefallen, die bereits aus den auf der Festplatte des gesondert Verfolgten B festgestellten Videodateien bekannt waren.
Aufgrund der Sicherstellungen leitete die Staatsanwaltschaft Gießen daraufhin ein Verfahren gegen Unbekannt ein. Mit Beschluss des Amtsgerichts Gießen wurde die Veröffentlichung von Bildern/ Video- und Tonsequenzen aus den Videodateien zwecks Ermittlung des unbekannten Täters angeordnet. In der Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" wurden die entsprechenden Dateien am 5.8.2009 veröffentlicht. Daraufhin teilte die Mutter der Kinder P und M einer Polizeiinspektion mit, es handele sich bei dem unbekannten Täter um den Beschuldigten. Auf den entsprechenden Videoaufnahmen habe sie zum Teil ihre ehemalige Wohnung wiedererkannt.
Am 6.8.2009 stellte sich der Beschuldigte bei der Polizeiinspektion in Sonthofen und wurde dort vorläufig festgenommen. Das Verfahren wurde sodann von der StA Gießen gegen ihn weitergeführt.
Am selben Tag wurde der Vater der Kinder durch die Kriminalinspektion Mayen vernommen und nahm mehrere der veröffentlichten Videosequenzen in Augenschein. Hierbei identifizierte er seine Söhne auf mehreren Dateien.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen erließ das Amtsgericht Kempten am 7.8.2009 Haftbefehl gegen den Beschuldigten wegen des dringenden Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in 2 Fällen.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Gießen wurde zudem die Wohnung des Beschuldigten am 6.8.2009 wegen Gefahr im Verzuge durch die Kriminalinspektion Mayen durchsucht. Dort wurden VHS-Kassetten, DVDs und CDs sichergestellt, die noch ausgewertet werden müssen. Mit Einverständnis des Beschuldigten wurde ferner sein Hotelzimmer in Sonthofen durch die Polizeiinspektion Sonthofen durchsucht. Dies führte zur Sicherstellung einer Videokamera, eines Rechners und zirka 15 bis 20 DVDs, die ebenfalls ausgewertet werden müssen. Die Ermittlungen werden sich auch auf die aus der Bevölkerung eingegangenen Hinweise auf mögliche weitere Missbrauchsfälle erstrecken.
Der Beschuldigte hat sich bislang noch nicht zur Sache eingelassen. Sein Verteidiger hat eine Einlassung nach Akteneinsicht angekündigt.
Quelle: Staatsanwaltschaft Trier - PM vom 13.8.2009
Quelldatum: 11.08.2009
Quelllink: http://www.statr.justiz.rlp.de

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