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06.12.2009
EU-Minister vereinbaren längeren und gerechter verteilten Elternurlaub
Die zuständigen Minister der Mitgliedstaaten vereinbarten, dass Eltern künftig Anspruch auf einen längeren Elternurlaub haben. Nach der geänderten Richtlinie über Elternurlaub können berufstätige Eltern nach Geburt oder Adoption eines Kindes einen mindestens viermonatigen Urlaub nehmen. Als Anreiz für Väter wurde eingeführt, dass mindestens einer der vier Monate sich nicht auf den Partner übertragen lässt und verfällt, wenn er nicht in Anspruch genommen wird. Die neue Richtlinie bietet auch einen besseren Schutz gegen Diskriminierung und sorgt für einen sanfteren Wiedereinstieg in den Beruf.
Die wesentlichen Neuerungen der Richtlinie sind:
Längerer Urlaub – beide Elternteile können für jedes Kind bis zu vier Monate freinehmen (bisher drei Monate). Die einmonatige Verlängerung kann nicht auf das andere Elternteil übertragen werden. Dies bietet Vätern einen Anreiz, den ihnen zustehenden Urlaub zu nehmen. Bisher haben viele berufstätige Väter ihren Anspruch auf die Mütter übertragen.
Keine Diskriminierung – Arbeitnehmern, die Elternurlaub beantragen oder in Anspruch nehmen, dürfen daraus keine Nachteile entstehen.
Vorübergehende Änderung der Arbeitsbedingungen – nach der Rückkehr aus dem Elternurlaub ist vorübergehend eine Änderung der Arbeitszeitregelung möglich. Bei der Prüfung solcher Anträge müssen die Arbeitgeber die Bedürfnisse des Unternehmens und der Arbeitnehmer berücksichtigen.
Eltern von Adoptivkindern und behinderten oder langzeitkranken Kindern – die Mitgliedstaaten und die Sozialpartner müssen die besonderen Bedürfnissen solcher Eltern bewerten.
Beschäftigungsverhältnis – die neuen Rechte gelten für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, unabhängig von der Art ihres Beschäftigungsverhältnisses (befristet, Teilzeit, Leiharbeit); es bleibt jedoch die Möglichkeit, den Anspruch von einer Berufstätigkeitsdauer oder Betriebszugehörigkeit von höchstens einem Jahr abhängig zu machen.
Alle Fragen zum Einkommen während des Elternurlaubs werden von den Mitgliedstaaten und/oder Sozialpartnern auf nationaler Ebene entschieden.
Aktenzeichen: IP/09/1854
Quelle: Europäische Kommission – PM vom 30.11.2009
Quelldatum: 30.11.2009
Quelllink: http://europa.eu

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