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30.04.2010
Zur Zahlung von Nebenkosten für ein gemeinsames Ferienanwesen
Die Klage einer Miteigentümerin gegen die andere Miteigentümerin auf Zahlung von Nebenkosten für ein gemeinsames Ferienanwesen in Griechenland wurde vom Landgericht Coburg abgewiesen.
Die Parteien sind verschwägert und erwarben gemeinsam ein Anwesen in Griechenland. Die klagende Miteigentümerin wollte Zahlungen für die von ihr geleistete Pflege des Gartens in diesem Anwesen sowie anteilige Nebenkosten für Strom, Trink- und Brauchwasser, Heizöl, Dienstleistungen und Reparaturen von ihrer Schwägerin einklagen. Die beklagte Schwägerin brachte vor, dass die verbrauchsabhängigen Kosten nach dem konkreten Verbrauch abgerechnet werden sollten. Die klagende Miteigentümerin halte sich wesentlich längere Zeit in Griechenland auf. Darüber hinaus habe sie keine Belege für die Nebenkosten vorgelegt.

Das Landgericht Coburg wies die Klage ab. Für eine Kostenbeteiligung an den von der klagenden Miteigentümerin erbrachten Gartenarbeiten sehe das Gesetz keine Grundlage vor. Es gebe weder eine entsprechende Vereinbarung zwischen den Schwägerinnen, noch greife eine andere Anspruchsgrundlage ein. Zudem stellte das Gericht fest, dass die beklagte Schwägerin sich zunächst ebenfalls gärtnerisch in Griechenland betätigt hatte. Die klagende Miteigentümerin war mit dem Ergebnis jedoch nicht zufrieden. Daraufhin stellte die beklagte Schwägerin ihre gärtnerischen Bemühungen nachvollziehbarerweise ein.

Auch hinsichtlich der Nebenkosten hat das Gericht die Klage abgewiesen, da die klagende Miteigentümerin keine Quittungen vorgelegt hatte. Die Tochter der klagenden Miteigentümerin konnte als Zeugin im Wesentlichen nur wiedergeben, was ihre Mutter gesagt hatte. Auf dieser Grundlage konnte das Gericht nicht überzeugt werden. Es wäre für die klagende Miteigentümerin notwendig gewesen, eine Gesamtkostenaufstellung und entsprechende Quittungen zur Akte zu reichen.
So gibt es ohne ordnungsgemäße Aufstellung und Belege für die angefallenen Kosten kein Geld vor hiesigen Gerichten - auch wenn das betroffene Anwesen in Griechenland liegt.
Aktenzeichen: 22 O 43/09
Quelle: Landgericht Coburg PM Nr. 442/10 vom 16.04.2010
Quelldatum: 18.08.2009
Quelllink: http://www.justiz.bayern.de/gericht/lg/co

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