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30.04.2010
Verfahren wegen Aussetzung mit Todesfolge
Das Landgericht Bonn verhandelt derzeit in einem Verfahren, in dem einer 35-jährige Mutter Aussetzung mit Todesfolge, Verletzung der Erziehungs- und Fürsorgepflicht sowie Misshandlung von Schutzbefohlenen vorgeworfen wird.
Ausweislich der Anklage war die 35-jährige Frau im April 2009 nach Spanien gereist und hatte die Pflege ihres 9-jährigen schwerbehinderten Sohnes ihrer 17-jährigen Tochter überlassen. Die 17-jährige habe den umfangreichen Haushalt versorgen sollen, dem neben dem 9-jährigen Bruder weitere Geschwister sowie mehrere Tiere angehörten. Der 9-jährige habe sich aufgrund seiner Behinderung auf dem Stand eines eineinhalb jährigen Kindes befunden. Er sei nicht in der Lage gewesen, sich selbst zu versorgen oder sein Kinderbett zu verlassen. Die 17-jährige sei mit seiner Versorgung überfordert gewesen. So sollen die Windeln des Kindes nicht regelmäßig gewechselt worden sein. Auch soll er nicht ausreichend Nahrung und Flüssigkeit erhalten haben. Zuletzt habe er - nur mit einer Windel bekleidet - unter einem geöffneten Fenster gelegen. Als das Kind am 12. April 2009 in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, verstarb es ausweislich der Anklage noch am selben Tag an Unterkühlung und Flüssigkeitsmangel begleitet von einer Lungenentzündung.

Neben der Mutter muss sich in dem Verfahren auch die 17-jährige Tochter verantworten. Ihr wird neben Aussetzung mit Todesfolge auch Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen.
Quelle: Landgericht Bonn - PM vom 20.04.2010
Quelldatum: 20.04.2010
Quelllink: http://www.lg-bonn.nrw.de

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