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30.04.2010
Mutter und Tochter lassen Ehemann bzw. Vater ermorden
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat im "Feuerbacher Mordfall" Anklage wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Landgericht - Jugendkammer - Stuttgart erhoben. Der 46 Jahre alten Ehefrau wird vorgeworfen, zusammen mit ihrer 17 Jahre alten Tochter und deren 22-jährigen Freund den Ehemann heimtückisch getötet zu haben.
Den umfangreichen Ermittlungen zufolge verabreichte die Ehefrau dem Ehemann am Nachmittag des 28. August 2009 heimlich größere Mengen an Beruhigungs- und Schlafmittel. Unter Einwirkung der Medikamente und des gleichzeitig reichlichen konsumierten Alkohols wurde der Ehemann müde und legte sich im Wohnzimmer aufs Sofa zum Schlafen. In der Zwischenzeit kamen die Tochter und deren Freund nach telefonischer Absprache gegen 16.15 Uhr in die Nähe der Wohnung. Dort übergab ihnen die Mutter die Wohnungsschlüssel und verließ selber mit den anderen, jüngeren Kindern das Haus. Anschließend gingen die Tochter und ihr Freund in die Wohnung, vergewisserten sich zunächst, dass der Vater schlief, und holten dann aus der Küche ein großes Messer mit einer Klingenlänge von etwa 12 cm. Mit diesem stach der Freund der Tochter dem Geschädigten mit voller Wucht in den Hals, so dass eine tieferliegende Hauptschlagader durchtrennt und die Wirbelsäule eingekerbt wurde. Der Geschädigte verblutete innerhalb kurzer Zeit.

Danach flüchteten die Angeschuldigten aus der Wohnung und ließen das Tatmesser in der Wohnung zurück. Als sie daraufhin der Mutter telefonisch Bescheid gaben, kehrte diese gemeinsam mit den beiden anderen Angeschuldigten an den Tatort zurück, um die Tatwaffe zu beseitigen und zu überprüfen, ob der Ehemann auch tatsächlich tot war. Anschließend fuhr die Mutter mit ihren insgesamt 5 minderjährigen Kindern in eine Gaststätte zum Essen, um sich dadurch ein Alibi zu verschaffen. Erst nach 19.30 Uhr, also 3 Stunden nach der eigentlichen Tat, kehrte sie mit ihren Kindern nach Hause zurück und alarmierte die Polizei.

Der Freund der Tochter ist als Einziger geständig und räumt die Tat im Wesentlichen ein. Ihm wird darüber hinaus eine Ende Juli in Mannheim begangene Vergewaltigung zum Nachteil einer 15-Jährigen zur Last gelegt. Er ist nicht vorbestraft und befindet sich, wie die beiden anderen Angeschuldigten, seit 14.09.2009 in Untersuchungshaft.

Erstaunlich ist, dass die Tochter ihren Freund erst eine Woche vor der Tat kennengelernt hatte. Schon wenige Tage später planten sie gemeinsam mit der Mutter, den 54 Jahre alten Ehemann der Angeschuldigten bzw. deren Vater umzubringen. Beiden Frauen stand er im Weg. Aus Sicht der Mutter war er der Grund ihrer familiären und ehelichen Probleme. Die Tochter wollte sich an ihrem Vater rächen, weil es sie jahrelang drangsaliert, geschlagen und eingesperrt haben soll. Außerdem war aus ihrer Sicht eine Fortführung der Beziehung zu ihrem neuen Freund, der sie sogar heiraten wollte, nur dann möglich, wenn ihr Vater nicht mehr lebe. Der Freund erklärte sich darauf bereit, die Tat auszuführen.
Quelle: Staatsanwaltschaft Stuttgart - PM vom 13.04.2010
Quelldatum: 13.04.2010
Quelllink: http://www.staatsanwaltschaft-stuttgart.de

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