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Splitting

Unter dem Begriff des „Splittings“ (Aufspaltung) ist im Allgemeinen die Art der Berechnung der Einkommensteuer der Ehegatten zu verstehen, bei der die Einkommen beider Ehegatten zusammengerechnet und dann halbiert werden und die davon berechnete Steuerschuld verdoppelt wird.

 

Realsplitting

Sofern Sie Unterhaltszahlungen leisten, können Sie diese gem. § 10 Einkommensteuergesetz (EstG) bis zu einem Betrag von z.Zt. 13.805 € pro Kalenderjahr als Sonderausgabe von Ihrem Einkommen abziehen und somit von der Steuer absetzen, sofern der Unterhaltsberechtigte

- unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist,

- diesen Unterhalt als eigenes Einkommen versteuert und

- Sie als Unterhaltsschuldner eine Ehe mit dem Unterhaltsberechtigten führten, die nunmehr geschieden ist (-> nachehelicher Unterhalt) oder

- Ihre Ehe noch besteht, Sie jedoch von Ihrem Partner dauernd getrennt leben und -> Trennungsunterhalt zahlen.

Dieses als Realsplitting bekannte Verfahren ist jedoch nur möglich, wenn der Geber, also der Unterhaltsschuldner, dies mit Zustimmung des Empfängers beantragt (Unterzeichnung der Anlage U). Stellen Sie den Antrag, kann er nicht zurückgenommen werden. Dieses Realsplitting wird vom Leistungsfähigkeitsprinzip getragen. Durch die gesetzlich geschuldeten Unterhaltszahlungen sinkt die Leistungsfähigkeit des Unterhaltsschuldners, die des Unterhaltsberechtigten dagegen steigt an. Dieser hat somit die erhaltenen Beträge als Einkommen zu versteuern. Da mit Beendigung der ehelichen Lebensgemeinschaft – ob geschieden oder erst nur dauernd getrennt lebend – die Partner steuerlich nicht mehr gemeinsam, sondern einzeln veranlagt werden, soll durch dieses Realsplitting eine sachgerechte Zuordnung der Einkünfte auf die Ehegatten gesichert sein.

 

Rentensplitting

Im Falle der Ehescheidung erfolgt ein Rentensplitting (s. auch -> Rente) im Rahmen des -> Versorgungsausgleichs. D.h. hier geht es um die während der Ehezeit begründeten Anwartschaften oder Aussichten auf eine Versorgung wegen Alters oder verminderter Erwerbstätigkeit. Als Ehezeit wird hier der Zeitraum angenommen, der zwischen dem Monatsanfang der Eheschließung und dem Ende des Monats liegt, der der Zustellung des Scheidungsantrages vorausgeht.

Beim Rentensplitting wird vom Rentenkonto desjenigen Ehegatten, welcher während der Ehe die höheren Anwartschaften erworben hat, die Hälfte der Differenz auf das Rentenkonto seines Ehegatten übertragen.

Siehe auch:
Nachehelicher Unterhalt
Trennungsunterhalt
Rente
Versorgungsausgleich